Kino & Stream

„Anduni – Fremde Heimat“ im Kino

AnduniMit ihren armenischen Wurzeln hat sich Belinda bislang nie auseinandergesetzt. Die Traditionen, die Familienfeste und all die alten Geschichten sind der jungen Frau lästig, die sich im deutschen Alltag um einiges freier bewegt. Sie studiert in Köln und lebt inzwischen mit ihrem deutschen Freund zusammen, von dem die Familie noch nichts wissen darf. Ausgerechnet der Tod ihres Vaters wird zur Initialzündung, sich mit ihrer kulturellen Identität zu beschäftigen. Damit gerät auch ihre deutsche Lebenswelt aus den Fugen. „Anduni – Fremde Heimat“ heißt das Filmdebüt von Regisseurin Samira Radsi. „Anduni“ (eigentlich „heimatlos“) lässt sich auch als Synonym für das Schicksal der Armenier lesen, deren Nachfahren sich über die Welt verstreuen. Die Tragikomödie streift die politischen Dimensionen nur, wagt immerhin einen Abstecher in die Türkei. Leider verzichtet sie ansonsten weder auf Klischees noch auf Schwarz-Weiß-Malerei, um den deutsch-armenischen Kultur-Clash zu skizzieren.              

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Matthias Fleischer/2011 Filmlichter

tip-Bewertung: Zwiespältig

Zeiten und Orte: „Anduni – Fremde Heimat“ im Kino in Berlin

Anduni – Fremde Heimat Deutschland/Luxemburg 2010; Regie: Samira Radsi; Darsteller: Irina Potapenko (Belinda), Florian Lukas (Manuel), Tilo Prückner (Levon); 91 Minuten; FSK 6

Kinostart: 1. Dezember

Mehr über Cookies erfahren