• Kino & Stream
  • „Anne Clark – I’ll Walk Out Into Tomorrow“ im Kino

Filmporträt

„Anne Clark – I’ll Walk Out Into Tomorrow“ im Kino

Auch wenn Anne Clark vor allem wegen ihrer düsteren Dancefloor-Reißer „Sleeper in Metropolis“ und „Our Darkness“ aus den 80ern bekannt sein dürfte, ist die englische Künstlerin alles andere als ein Two-Hit-Wonder

Neue Visionen

Sie ­brachte über die letzten 35 Jahre diverse Alben heraus und etablierte sich bei aller musikalischen Vielfalt auch als Spoken-Word-Künstlerin mit Wiedererkennungswert.
Der Filmemacher Claus Withopf hat Anne Clark über fast zehn Jahre begleitet und ist ihr dabei sehr nahe gekommen. Anders als man das aus vielen Musikdokus kennt, gibt es in diesem ­intimen Porträt kaum Wegbegleiter oder ­andere Talking Heads. Im Mittelpunkt stehen die Künstlerin und ihre Kunst. Gelungen visualisiert sind in diesem Zusammenhang etwa die Lyrics, welche die Aufmerksamkeit auf ihre Themen lenken.
Clark gibt sehr persönliche Einblicke: über die schwierige Familie, in der sie aufwuchs, und den grauen Alltag im Londoner Vorort Croydon. Über den Job in der örtlichen Psychiatrie, der sie als junge Erwachsene stark prägte. Und sie erzählt, wie Punk und Post-Punk den Kulturbetrieb demokratisierten und Poetry für sie als Arbeiterkind überhaupt zu einer Option ­machten. Trotz existenzieller Konflikte mit Platten­firmen und der Musikindustrie erhielt sie sich ihre Motivation, kreativ zu arbeiten.
Und wenn dann ihre Hits durch den Kinosaal ­hallen, wird offenbar, dass Clarks Weltschmerz-Hymnen gut gealtert sind. Sie hat in der Popgeschichtsschreibung bisher sicher nicht die Anerkennung bekommen hat, die ihr gebührt. Dieser Film rückt das ein wenig zurecht.

Anne Clark – I’ll Walk Out Into Tomorrow D 2017, 81 Min, R: Claus Withopf, Start: 25.1.

Mehr über Cookies erfahren