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Drama

„Another Forever – Die Stille um Alice“ im Kino

Porträt der Trauer: Eine Frau verfällt nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes in Apathie

Foto: Der Filmverleih

Ein Friedhof mit verwitterten Grabsteinen, atmosphärische Musik – die erste Szene des ergreifenden Frauenporträts lässt Tragisches ahnen. Der plötzliche Tod von John (Marlon Moreno), dem Gatten von Alice (Daniela Escobar), versetzt sie in einen Zustand der Apathie. Irgendwann fährt sie nach Amsterdam, um sich alleine treiben zu lassen. Unterwegs begegnet sie Menschen, mit denen sie Kraft schöpft. Ganz langsam beginnt Alice, sich aus ihrer Apathie zu befreien.
Im Bild: Alices Gesicht. Immer wieder verliert sich ihr Blick in der Ferne, sie existiert an der Schwelle zwischen eingeblendeten Erinnerungen und trister Gegenwart – Pathos inklusive. Daniela Escobar kreiert ein glaub­haftes Porträt der Trauer und schafft intime Einblicke in die Verarbeitung eines Verlusts. Leider entschleunigt der Film mitunter zu sehr. Die Wortkargheit, ein nahezu ereignisloser Fortlauf der Reise und eine oft kitschige Filmmusik sorgen für eine gewisse Zähheit. Andererseits wirkt der Film genau deswegen authentisch, denn letztlich ist Trauer nichts anderes als das: langsam und zäh.

Another Forever BRA/KOL/USA 2016, 72 Min., R: Juan Zapata, D: Daniela Escobar, Marlon Moreno, Peter Ketnath, Start: 27.7.

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