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„Arirang – Bekenntnisse eines Filmemachers“ im Kino

Arirang - Bekenntniss eines Filmemachers

Der Grat zwischen künstlerischer Weiterentwicklung und Selbstplagiat kann recht schmal werden. Kim Ki-duk, der in seinen jüngeren Filmen klar den letzteren Weg beschritt, bevor er sich für ein paar Jahre aus dem Festivalgeschäft zurückzog, reflektiert in seinem Essayfilm „Arirang“ (in Cannes 2011 mit „Un Certain Regard“-Preis ausgezeichnet) diesen Abschied. Eine Schaffenskrise hat ihn Zuflucht in einer Holzhütte suchen lassen, ein eiserner Bollerofen wehrt notdürftig die Kälte ab, Werkbänke stehen herum. Monologe, in denen Kim Ki-duk sein Drama mit durchaus enervierendem Narzissmus aufarbeitet, wechseln sich ab mit Szenen, die ihn beim Bau von Espressomaschinen zeigen, Apparate, die – wie er selbst – unter heftigstem inneren Druck ein perfektes Produkt abwerfen sollen.
Es ist eine Selbstanalyse mit buddhistischen Elementen und privater Aggro-Philosophie, weinerlich, nicht selten eitel und in gewisser Weise auch selbstblind, aber in dieser Kombination auch beeindruckend effektiv. Später im Film wird Kim Ki-duk von den Espressomaschinen zur Revolver-Manufaktur übergehen, mit tödlichen Konsequenzen. Wiedergeburt kann viele Formen annehmen.

Text: Robert Weixlbaumer

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Arirang“ im Kino in Berlin

Arirang, Südkorea 2011; Regie: Kim Ki-duk; 94 Minuten; FSK 12

Kinostart: 26. Januar

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