Drama

As I Open my Eyes

Farah ist 18, hat gerade Abitur gemacht und will als Sängerin ins Leben starten – gegen den Willen ihrer Eltern.

Foto: Trigon Film

Sie lebt im Jahr 2010 in Tunesien, das Land befindet sich noch vor der revolutionären Bewegung, die von westlichen Medien „Arabischer Frühling“ getauft wurde, und die Situation ist für sie gefährlicher, als Farah glaubt. Die kritischen Texte der Band sind auf dem Radar der Poli­zei, nicht alle Freunde sind vertrauenswürdig, und die Mutter weiß mehr, als sie sagt.
Regisseurin Leyla Bouzid erzählt nachvollziehbar Farahs naiv-optimistischen Aufbruch und ihre schmerzlichen Erfahrungen. Mit dem heutigen Wissen, dass das Aufbegehren in den arabischen Ländern ungewollt oft den Weg geebnet hat für meist noch repressivere Staatsführungen, wären Geschichten aus der Gegenwart spannender. Dieser Film wirft ­einen Blick zurück auf die Lage vor der Revolution – eine erstarrte Situation, die nach Veränderung schrie. Aus Sicht einer tunesischen Filmemacherin ist dies ­sicher relevant als filmische ­Geschichtsschreibung, zumal mit einer weiblichen Hauptfigur.

A peine jouvre les yeux (OT) F/TUN 2015, 106 Min., R: Leyla Bouzid, D: Baya Medhaffer, Ghalia Benali, Montassar Ayari, Lassaad Jamoussi, Start: 6.10.

Bewertungspunkte3

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