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Asian Women\s Film Festival im Arsenal

Flower GirlÜber das abgeschottete Nordkorea erfährt man in unseren Breitengraden in der Regel nur selten etwas – und wenn, dann geht es meistens um so unerfreuliche Dinge wie Atombombendrohungen. Einen kleinen Einblick in das Selbstverständnis des kommunistischen Landes bietet jetzt eine fünf Filme umfassende Reihe mit nordkoreanischen Spielfilmen im Rahmen des zweiten Asian Women’s Film Festivals im Arsenal-Kino. So erzählt etwa das Melodram „The Flower Girl“ (Foto), die 1972 aufwendig produzierte Adaption einer Oper des „geliebten Führers“ Kim Il-sung, in epischer Breite von den Demütigungen und dem menschenunwürdigen Leben der Titelheldin und ihrer Familie unter der Knute der Japaner in den 1930er Jahren – ehe der längst tot geglaubte Bruder zurückkehrt und dank Revolutionsarmee eine friedliche Zukunft ohne Ausbeuter verspricht. Doch auch historische Legenden („The Tale of Chun Hyang“) und Martial-Arts-Filme („Hong Gil Dong“) stehen in Nordkorea offenbar auf dem Programm, während „A Schoolgirl’s Diary“ (2006; Schnittberatung: Kim Jong-il) modernes nordkoreanisches Familienleben in Szene setzt.

Text: Lars Penning

Asian Women’s Film Festival, Do 15. bis Di 20.10., im Arsenal

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