Satire

„Atomic Falafel“ im Kino

Ein Atomkrieg zwischen den USA und Russland, wie er im genialen Filmklassiker „Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ von Stanley Kubrick in Szene gesetzt wurde, ist heutzutage mehr als unwahrscheinlich.

Foto: Movienet

Doch die Gefahr eines nuklearen Waffengangs ­besteht weiterhin, im Nahen Osten und auch auf der koreanischen Halbinsel.
In dieser ausgelassenen Antikriegs-Satire hocken hochrangige Israelis in einer unter­irdischen Kommandozentrale zusammen und planen einen präventiven atomaren Erstschlag gegen den Iran, um einem drohenden Angriff der Perser zuvorzukommen. Durchkreuzt ­werden ihre feindseligen Absichten durch zwei  junge Mädchen, eine Israelin und eine Iranerin, die via Internet miteinander befreundet sind.
Außerdem ist ein gegen Uran allergischer deutscher Inspektor der Internationalen Atomenergie-Kommission auf Kontrollbesuch in Israel und bereitet den Militärs große Schwierigkeiten, ihre Raketen unbemerkt in Stellung zu bringen. Er bleibt länger im Land als erwartet, weil er sich in eine Imbissverkäuferin aus der Wüste verliebt.
Es gibt komische Verwicklungen und ­Anspielungen, es werden superscharfe ­Falafel dargeboten, doch der Witz dabei wirkt ­vergleichsweise harmlos und hat nie die ­ätzende Schärfe wie bei „Dr. Seltsam“, in dem die Absurdität eines Atomkriegs konsequent auf die Spitze getrieben wurde.

Atomic Falafel ISR/NZL/D 2015, 95 Min., R: Dror Shaul, D: Michelle Treves, Mali Levi Gershon, Alexander Fehling, Start: 14.7.

Bewertungspunkte3

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