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„Attack The Block“ im Kino

Attack The Block

Noch eine Alien-Invasion, die dritte dieses Kinosommers, nach „Super 8“ und „Cowboys and Aliens“. Diesmal allerdings haben sich die Aliens einen ungewöhnlichen Ort ausgesucht, eine Sozialsiedlung im Süden Londons. Dort hat eine Gang von Jugendlichen gerade die Krankenschwester Sam auf ihrem abendlichen Heimweg ausgeraubt, als neben ihnen etwas einen heftigen Blechschaden an einem Auto verursacht. Was da von oben herabfiel, erweist sich als fieser Alien, mit dem es die Jungs jedoch spielend aufnehmen. Nur leider folgen noch mehr davon. Da heißt es zusammenhalten, zumal als sie entdecken, dass Sam im selben Hochhausblock wohnt wie sie und außerdem als Krankenschwester nützlich sein kann.
Regisseur Joe Cornish kommt von der britischen TV-Comedy, wie auch der mit ihm befreundete Edgar Wright („Shaun of the Dead“), mit dem zusammen er mittlerweile das Drehbuch für Steven Spielbergs/Peter Jacksons „Die Abenteuer von Tim & Struppi“ geschrieben hat. Von Wright hat Cornish auch den Darsteller Nick Frost, der hier hinter seiner Wohnung eine großflächige Cannabisplantage pflegt und sich von den Ereignissen kaum aus seinem Phlegma aufschrecken lässt. Das passt zu dem Film, den – bei allem Tempo – eine angenehme Lakonie auszeichnet, die auch in der deutschen Synchronisation zum Tragen kommt, weil sie auf übertriebenen Slang und aufgesetzte Kalauer vollkommen verzichtet.
Cornish ist offenbar ein Fan von John Carpenter, die Belagerungssituation und die verbalen Auseinandersetzungen erinnern hier des öfteren an das gewalttätige Kammerspiel von „Assault on Precinct 13“. Die Monster sind von einer frappierenden Einfachheit, dabei wirksam in Szene gesetzt: pechschwarze gorillaähnliche Fellbälle mit phosphoreszierend leuchtenden Beißzähnen. Nicht zuletzt gefällt der Film durch seine ambivalenten Helden: Sieht man die Gang zunächst aus Sams Perspektive, so gewinnen die einzelnen Mitglieder später durchaus Konturen und entwickeln sich zu beinahe positiven „Helden“, deren Ressentiments gegenüber der Polizei man nachvollziehen kann. Wenn jemand den Namen Moses trägt, kann man sich zwar den Ausgang der Geschichte vorstellen, doch bis dahin vermag der Film noch mit einer Fülle von Details zu überraschen.

Text: Frank Arnold

Foto: Wild Bunch Central Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Attack The Block“ im Kino in Berlin

Attack the Block, Großbritannien 2011; Regie: Joe Cornish; Darsteller: John Boyega (Moses), Jodie Whittaker (Sam), Alex Esmail (Pest); 87 Minuten; FSK 16

Kinostart: 22. September

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