Kino & Stream

„Auf Teufel komm raus“ im Kino

Auf Teufel komm raus

Karl D. saß zwei Mal wegen Vergewaltigung in Haft. Die zweite Tat, die man ihm zur Last gelegt hat, will er nicht begangen haben. Nun hat er seine Strafe abgesessen und lebt bei seinem Bruder Helmut und dessen Familie in Heinsberg im tiefen Nordrhein-Westfalen. Gegen den „Kinderschänder“ hat sich eine Bürgerbewegung gebildet, die dafür demonstriert, dass Karl D. aus Heinsberg wegzieht – und am besten sein Bruder auch gleich mit. Die Aufregung in einer dörflichen Umgebung dokumentieren Mareille Klein und Julie Kreuzer in „Auf Teufel komm raus“. Die beiden Filmemacherinnen nehmen darin keine Partei, sondern sehen einfach dabei zu, wie sich einfache Bürgerinnen und Bürger über die „Taktik“ der Polizei mokieren, wie sie präventiv gegen einen Mann vorgehen, den sie überwiegend nie persönlich gesprochen haben – und als es dann zu einer Begegnung kommt, verändert sich die Situation ganz beträchtlich. „Auf Teufel komm raus“ zeigt einen deutschen Mikrokosmos, in dem es die Filmemacherinnen mit ihrer Neutralität ein wenig zu genau nehmen – hier hätten ab und zu ein paar Fragen mehr nicht geschadet.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Auf Teufel komm raus“ im Kino in Berlin

Auf Teufel komm raus, Deutschland 2010; Regie: Mareille Klein, Julie Kreuzer; 82 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 12. Mai

Mehr über Cookies erfahren