Drama

„Ava“ im Kino

Imaginäre Welten: Ava und ihr Sommer am Atlantik

Eksystent Distribution

Es ist der Beginn eines Sommers, der Beginn einer Jugend – aber für das Mädchen Ava steht dieser Beginn im Zeichen eines Schocks. Beim Augenarzt erfährt sie, dass sie bald ihre Augenlicht verlieren wird. Ein paar Wochen hat sie noch vor einem Leben in Dunkelheit, es sollte eine unbeschwerte Zeit an der französischen Atlantikküste werden, nun fühlt sich alles fast wie Abschied an.

Dann aber hat Ava zwei Begegnungen: Zuerst schließt sie Freundschaft mit einem Hund, und der Hund führt sie zu Juan, einem einzelgängerischen Jungen, der in den Dünen schläft und wegen seines südländischen Aussehens immer wieder die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zieht. Was Ava mit Juan erlebt, das hat für eine Weile etwas von einer Robinsonade, sie träumt sich in eine andere Identität hinein, wird zu einer Kriegerin eines nur ihr bekannten Stammes.
Zugleich aber bleibt die französische Regisseurin Lea Mysius mit ihrem Film nahe an den sozia­len Realitäten im heutigen Frankreich. Juan stammt aus einer Welt, von der Ava davor kaum etwas wusste. Beide hätten viele gute Gründe, sich einfach wegzuwünschen – in eine andere Welt, die anderen Gesetzen folgt. Mit den starken Hauptdarstellern Noée Abita und Juan Cano erzählt Lea Mysius ein intensives Drama mit einigen Ausflügen in imaginäre Welten. Die alltägliche Wirklichkeit ist in „Ava“ der Sehnsuchtsort, der für die beiden Jugendlichen am weitesten entfernt ist. Das Kino hat immer schon die Außenseiter geliebt.

Ava F 2017, 101 Min., R: Léa Mysius, D: Noée Abita, Laure Calamy, Juan Cano, Start: 27.9.2018

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