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James Camerons „Avatar – Aufbruch nach Pandora“

Der massive technische Aufwand steht in einem paradoxen Verhältnis zur Feier der Einfachheit und allumfassenden Naturverbundenheit, in der die Na’vi leben. „Avatar“ inszeniert in einem dann doch recht schlichtem Plot den Angriff einer in ihren Gewaltmitteln überlegenen Hightech-Kultur auf ein unterlegenes, indigenes Volk (ein Motiv, das unter anderen Vorzeichen schon „Aliens“ variierte), aber zumal im kriegerischen, dritten Kapitel des Films sieht es so aus, als würde Cameron mit seinem Hightechfilm-Apparat auch einen Kampf gegen die komplexeren Motive seiner Erzählung führen. Man kann angesichts des Potentials der Technik davon ausgehen, dass es nicht bei diesem Film bleiben wird. Leidlicher Kassenerfolg vorausgesetzt, wird aus „Avatar“ eine ganze Kinosaga werden, die Skizze dazu liegt schon in Camerons Schublade bereit – auf allen anderen Merchandising-Plattformen, von Action-Puppen bis zum Computerspiel, ist die Offensive längst schon eröffnet. Wie berückend diese Erzählung aber wirklich sein könnte, wird in der lange aufgesparten, direkten Begegnung des menschlichen, winzig erscheinenden Jake mit seiner Na’vi-Prinzessin sichtbar. Ihre Worte erzählen vom Wunsch aller Liebenden, vom anderen erkannt zu werden – im Zusammenfall des Realen und des Imaginären. Es ist der finale Triumph von Camerons Technik, der sie glaubwürdig sagen lässt: „I see you“.

Text: Robert Weixlbaumer

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ im Kino in Berlin

Avatar – Aufbruch nach Pandora (Avatar), USA 2009; Regie: James Cameron; Darsteller: Sam Worthington (Jake Sully), Zoe Saldana (Neytiri), Sigourney Weaver (Dr. Grace Augustine); Farbe, 161 Minuten

Kinostart: 17. Dezember 2009

Lesen Sie alle weiteren Informationen rund um den Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ im aktuellen tip-Heft 26/09 auf den Seiten 34-37. Darunter auch ein ausführliches Interview mit Regisseur James Cameron.


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