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„Awake – Das Leben des Yogananda“ im Kino

Awake - Das Leben des Yogananda

Boston 1920. Am Straßenrand steht ein Mann mit stechendem Blick und wallendem Haar, in bodenlangen Gewand und Turban und wirbt vor einem handgemalten Plakat für einen Vortrag, in dem es um Bewusstseinserweiterung geht. Was wie eine exotische Varietйnummer beginnt, ist der Anfang des großen Durchbruchs des Yoga in der westlichen Welt.
Der Film „Awake – Das Leben des Yogananda“ dokumentiert Leben und Werk des Yogameisters, Philosophen und Schriftstellers Paramahansa Yogananda in Originalaufnahmen, Interview-Ausschnitten, Animationen und Filmszenen. 1893 in Bengalen geboren begann er schon als Kind mit der spirituellen Suche. Mit 17 fand er  seinen Guru, der ihm offenbarte, dass es seine Berufung sei, den materialistischen, verunsicherten und vom ersten Weltkrieg erschütterten Menschen in Amerika die Jahrtausende alte spirituelle Weisheit Indiens zu vermitteln. Und der Westen war begierig: Binnen kurzer Zeit füllt Yogananda die größten Hallen, reiche Industrielle auf Sinnsuche ließen sich von ihm ebenso in der Kunst der Meditation unterweisen wie prominente Opernsängerinnen. 1946 erscheint seine „Autobiografie eines Yogi“, eines der wichtigsten Werke der spirituellen Weltliteratur, von dem George Harrison gesagt hat, dass er „ohne dieses Buch wahrscheinlich ein schrecklicher Mensch mit einem sinnlosen Leben“ geworden wäre und das Steve Jobs auf seiner Beerdigung verteilen ließ.
Yoganandas Vision ist in Erfüllung gegangen: Millionen von Menschen auf der ganzen Welt praktizieren heute Yoga. Die meisten allerdings als eine Art Gymnastik mit spirituellem Wohlfühl-Touch. Wer wissen möchte, worum es im Yoga wirklich geht, sollte sich diesen Film anschauen.

Text: RFD

Foto: Jojo Pennebaker

Orte und Zeiten: „Awake – Das Leben des Yogananda“ im Kino in Berlin

Awake – Das Leben des Yogananda (Awake), USA 2014; Regie: Paola di Florio, Lisa Leeman; 87 Minuten

Kinostart: Do, 08. Oktober 2015

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