Kino & Stream

„Baaria“ von Guiseppe Tornatore im Kino

Genauer gesagt: Den Regisseur interessieren Kindheits- und Jugenderinnerungen und die ihnen anhaftende Nai­vität, die den Erzählduktus einiger seiner bekanntesten Filme („Cinema Paradiso“, „Der Mann, der die Sterne macht“) maßgeblich bestimmen.
Auch in seinem jüngsten Film „Baaria – Eine italienische Familiengeschichte“ blickt Tornatore einmal mehr zurück, diesmal auf die Geschichte seiner sizilianischen Heimat- stadt Bagheria und das Leben seines ungebildeten, aber pfiffigen Vaters, der sich mühsam zum Abgeordneten der Kommunistischen Partei hocharbeitete. Zugleich stellt diese Ezählung ein Panorama der ita­lienischen Geschichte des 20. Jahrhunderts dar, dabei sucht Tornatore den großen epischen Bogen mit einer Vielzahl kleiner tragi- komischer Anekdoten zu spannen. Das ist auf oberfläch­liche Weise durchaus unterhaltsam, doch wird man das Gefühl nicht los, dass dieses von Morricone-Musik zugegeigte Gefühlskino, über dem bleiern der goldene Glanz der Nostalgie liegt, seiner Thematik einfach nicht angemessen ist: Faschismus, Mafiosi, Armut und himmel- schreiende Ungerechtigkeit – hier wirkt alles wie Operette.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Baaria – Eine italienische Familiengeschichte“ im Kino in Berlin

Baaria – Ein italienische Familiengeschichte (Baaria), Italien 2009; Regie: Giuseppe Tornatore; Darsteller: Francesco Scianna (Peppino), Margareth Madи (Mannina), Nicole Grimaudo (Die junge Sarina); Fabre, 150 Minuten

Kinostart: 29. April

Mehr über Cookies erfahren