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„Bad o Meh – Wind und Nebel“ im Kino

Bad o Meh - Wind und Nebel

Wenn wir die Natur betrachten, betrachten wir auch uns selbst. Das gilt für die Landschaftsmalerei ebenso wie für die persische Poesie, die beide in Mohammad Ali Talebis Film eine schöne Allianz eingehen. Der Anblick einer angeschossenen Wildgans schlägt den kleinen Sahand in den Bann. Er erkennt sich selbst in dem verletzten Tier, es erinnert ihn daran, wie ihn einst seine Mutter pflegte. Sahand ist der Welt anders ausgesetzt. Der Tod seiner Mutter hat ihn verstummen lassen. Es herrscht Krieg, irakische Truppen sind in den Iran einmarschiert. Der Vater gibt ihn und seine Schwester in die Obhut des Großvaters, der in den sicheren Bergen im Norden lebt. Empfindsam versenkt sich die Kamera in dieses Hochland der nebelverhangenen Wälder, erkundet es in Bildern, die dezent in die Tiefe gestaffelt sind und in denen zugeneigtes Licht auf die Gesichter fällt. Sahand nimmt diese Welt vor allem als akustische Lockung wahr. Nicht zuletzt das kunstfertige Sounddesign, dessen Effekte den Jungen bedrängen, nicht aber den Zuschauer, machen „Wind und Nebel“ zu einem kleinen Meisterstück anteilnehmender Beobachtung.

Text: Gerhard Midding

Foto: Arsenal

tip-Bewertung: Sehenswert

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Bad o Meh – Wind und Nebel (Bad o meh), Iran 2011; Regie: Mohammad Ali Talebi; Darsteller: Masume Shakori (Shooka), Payam Eris (Sahand), Arasto Safinejad (Vater); 77 Minuten; FSK 0

Kinostart: 20. Oktober

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