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„Balkan Melodie“ im Kino

Balkan Melodie

Es gibt viele Spezialisten für traditionelle Musik. Die Dokumentationen des Schweizers Stefan Schwietert zählen zu den besten, da sie die Spurensuche nach Ursprüngen und aktuellen Entwicklungen eines Stils mit den Werdegängen der Künstler und gesellschaftspolitisch relevanten Themen verknüpfen. Dabei wecken Schwieterts Filme eine ungemeine Lust am (Wieder-)Entdecken des fremden oder vertrauten Klangs.
Nun hat sich der Filmemacher an die Fersen des Schweizer Ehepaares Cellier geheftet, das seit den 1950er-Jahren regelmäßig hinter dem „Eisernen Vorhang“ nach ursprünglichem oder zeittypischem Klangmaterial forschte. Die Celliers entdeckten Musiker wie den Pan-Flötisten Gheorghe Zamfir oder den Frauenchor Le Mystиre des Voix Bulgares, verschafften ihnen Auftritte im Westen, Plattenverträge, Weltkarrieren. Doch das ist nur eine Geschichte der „Balkan Melodie“, zitiert durch Radiosendungen, Fotos und alte Filme. Dann reist Schwietert selbst gen Osten, interviewt die Musiker, zeigt, was aus ihren Karrieren wurde, schärft den Blick für den schroffen Ost-West-Kontrast und findet neuere Bands wie Mahala Rai Banda, die aus ihrer Musikgeschichte etwas Eigenes machen.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Ventura Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Balkan Melodie“ im Kino in Berlin

Balkan Melodie, Deutschland/Bulgarien/Schweiz  2012; Regie: Stefan Schwietert; 92 Min; FSK k.?A.

Kinostart: 31. Januar

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