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„The Ballad of Genesis and Lady Jaye“ im Kino

The Ballad of Genesies und Lady Jaye

Kennern der musikalischen und künstlerischen Avantgarde ist Genesis P-Orridge wohl vor allem als Sänger und Musiker der Industrial-Bands „Throbbing Gristle“ und „Psychic TV“ bekannt. Doch gemeinsam mit seiner 2007 verstorbenen Frau Lady Jaye Breyer hatte der Performancekünstler auch ein sehr spezielles Kunst- und Lebenskonzept, das die beiden Pandrogynie nannten: Inspiriert von der Cut-Up-Technik der Freunde und Mentoren William Burroughs und Brion Gysin versuchte das Paar, sich durch eine ganze Reihe von plastischen Operationen (unter anderem ließ sich P-Orridge Brüste einsetzen) einander auch optisch anzunähern, mit dem Ziel der Schaffung eines „dritten Wesens“.
Die Beziehung zu seiner Frau steht dann auch im Mittelpunkt des P-Orridge-Porträts von Marie Losier, das im Wesentlichen aus Archivaufnahmen besteht, Heim- und Performancevideos der gesamten Karriere, von ihm selbst aus dem Off kommentiert. Wie sehr das Leben für ihn eine einzige, sich ständig wandelnde Inszenierung ist, verdeutlicht der Film. Dass P-Orridge ursprünglich ein 1950 geborener Brite namens Neil Megson war, wird so zu einem Detail am Rand.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „The Ballad of Genesis and Lady Jaye“ im Kino in Berlin

The Ballad of Genesis and Lady Jaye, USA/Deutschland/Großbritannien/Niederlande/Belgien/Frankreich 2011; Regie: Marie Losier; 75 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 24. November

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