Kino & Stream

"Batman V Superman: Dawn Of Justice" im Kino

"Batman V Superman: Dawn Of Justice" im Kino

Kurz vor Beginn der Pressevorführung taucht Regisseur Zack Snyder in einem kurzen Clip auf der Kinoleinwand auf und versichert den Zuschauern, dass viele Leute noch mehr Mühe in die Fertigstellung dieses Films gesteckt haben; und deshalb solle man bei den Rezensionen doch bitte keine Überraschungen verraten.
Soll das ein Scherz sein? Jedenfalls kein guter, denn letztendlich sind doch fast alle Überraschungen (Doomsday, Wonder Woman und die Superhelden-Cameos) – bis auf den wirklich schlechten Klippenhänger – schon in den vielen Trailern verbraten worden. Und was soll man so rein handlungstechnisch schon verraten, wenn das Drehbuch überhaupt nicht klar macht, warum Batman und Superman nun gegeneinander kämpfen? Oder warum Lex Luthor den Stählernen so sehr aus ganzem Herzen hasst?
Um mal mit den Pluspunkten zu beginnen: Ben Affleck gibt einen sehr guten Batman und einen noch besseren Bruce Wayne (aber gut, konsequent in schwarze Gucci-Anzüge gekleidet sieht jeder Mensch gut aus). Henry Cavill macht sich viel Mühe, den gottgleichen Superman als Zweifelnden zu zeigen. Und immer wenn Gal Gadot als Diana "Wonder Woman" Prince auf der Leinwand erscheint, ist es, als ob jemand ein Licht in diesem allzu düsteren Film entzündet hat.
Aber es hilft ja alles nichts, wenn von Anfang an nichts zusammenpasst. Zunächst sehen wir – zum xten Mal nach den Versionen von Tim Burton, Christopher Nolan und den diversen "Batman"-TV-Serien – die Ermordung von Bruce Waynes Eltern. Dann springt Zack Snyder an das Ende seines "Man Of Steel" und zeigt die Zerstörungs- und Todesorgie, die Superman und General Zod in Metropolis anrichten, aus der Sicht von Bruce Wayne. Eine hilfreiche Texttafel expediert den Zuschauer 18 Monate in die Zukunft, wo er Zeuge wird, wie Superman seine Freundin Lois Lane (gut im Futter: Amy Adams) vor einem angeblichen Terroristen rettet, nur um anschließend in den Süd-Pazifik zu springen, wo ein rätselhafter Stein geborgen wird. Und so klobig ist der ganze Film konstruiert, keine Szene scheint zur anderen zu passen.
Selbst die Plotlöcher (besser: Plotgruben) könnte man ja tolerieren, aber der ganze Film hat kein Herz, äußerst wenig Humor und überhaupt keine Seele. Zack Snyder, ist ein Objektivist – ein Anhänger der konservativen Autorin, Wirtschaftstheoretikerin und Philosophin Ayn Rand – der weder Superman noch Batman verstanden hat und sie deshalb ins Düstere umdeutet. Das sieht natürlich alles toll aus und hat eine Handvoll sehr schöner Ostereier und Cameos, die auf künftige Filme schließen lassen, ist aber jetzt schon überambitioniert und viel zu lang. Auf die drei Stunden lange DVD-Version braucht man sich gar nicht erst zu freuen.

Text: Lutz Göllner

Foto: Warner

Orte und Zeiten: Batman V Superman: Dawn Of Justice

Batman V Superman: Dawn Of Justice USA 2016, 151 Min., R: Zack Snyder, D: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams, Gal Gadot, Jesse Eisenberg??

Kinostart: Do, 24. März 2016

Mehr über Cookies erfahren