Geschlechterkampf

„Battle of the Sexes“ im Kino

Mehr als ein Duell: Der „Battle of the Sexes“ findet im Tennis statt

Fox

Von den Umbrüchen hin zu einer offeneren und gerechteren Gesellschaft blieb in den ­frühen 1970er-Jahren auch die Welt des ­Tennis nicht verschont. Unzufrieden mit Preisgeldern, die nur einen Bruchteil jener der ­Männer betrugen, hatten die Tennisdamen ihre Organisation WTA gegründet und spielten nun auf einer eigenen Tour. Dann, 1973, das Angebot des 55-jährigen ehemaligen ­Tennischampions Bobby Riggs – ein Wimbledon-Sieger von 1939! – für einen Schaukampf: Er behauptete, in einem Match gegen die ­beste aktuelle Tennisspielerin locker siegen zu können. Unter enormen Publikumszuspruch fanden schließlich zwei solcher Spiele statt: Erst gegen die damalige Nummer 1 der Frauen, die Australierin Margaret Court, dann gegen die Amerikanerin Billie Jean King.

Letztere ist, von der wunderbaren Emma Stone ebenso zurückhaltend wie entschlossen porträtiert, die moderne Heldin dieses Films, in dem das Regiepaar Valerie Faris und Jonathan ­Dayton die Vorgeschichte dieser Begegnung so einfühlsam wie unterhaltsam verfilmt hat.
Dabei wird deutlich, dass es hier um etwas Größeres als nur ein Tennismatch mit geringer sportlicher Aussagekraft geht: King, die – ­zumindest im Film – zeitweilig abgelenkt und irritiert ist, weil sie gerade ihre lesbischen ­Neigungen entdeckt hat, kämpft für die Gleichberechtigung der Frau. Dass der Film den großmäulig-clownesken Bobby Riggs (Steve Carrell) dabei nicht denunziert, sondern als tragikomischen Hustler präsentiert, der in erster Linie seinen eigenen Vorteil sucht, ist eine seiner Stärken.

Battle of the Sexes USA 2017, 124 Min., R: Valerie Faris, Jonathan Dayton, D: Emma Stone, Steve Carrell, Andrea Riseborough, Elisabeth Shue, Start: 23.11.

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