Neuaufguss

„Baywatch“ im Kino

Schon der Vorspann von „Baywatch“ machte keinen Hehl daraus, worum es in der Fernsehserie eigentlich ging: Vor allem hing die Kamera an viel nackter Haut, die in rettungsbojenroten Badehöschen und hautengen Badeanzüge verpackt war

Foto: Paramount Pictures/ Frank Masi

In Zeitlupe zeigten David Hasselhoff und sein Team äußerst telegen ihre besten Argumente. Im Fernsehen war damit zwar 2001 Schluss – nun erlebt „Baywatch“ seine Auferstehung im Kino.

In Sachen Handlung ist der Film dabei im Grunde wie die Serie, die sich ja nicht gerade einen Namen für ihre cleveren Geschichten gemacht hat. „Baywatch“ genügt sich mit einem ziemlich banalen Nichts: Neben ein paar Liebeleien wird äußerst spannungsarm von Drogenschmugglereien im Territorium der Rettungsschimmer erzählt. Außerdem ist auch gleich noch der Fortbestand des beliebten Strands durch rücksichtslose Machenschaften gefährdet.

Da Hasselhoff und Pamela Anderson wahrscheinlich nicht mehr die erwartete Knackigkeit haben, wurden die Schauspieler ausgetauscht. Dwayne „The Rock“ Johnson verkörpert nun den muskelbergigen Mitch Buchannon, der von allen Traumstrandbesuchern als Rettungsschwimmergott angehimmelt wird. Als Ausbildungsplätze im Team frei werden, gehört auch Zac Efron zu den Bewerbern: Als gestrandeter Ex-Olympiasieger Matt Brody gibt er sich einmal mehr selbstironisch den Dummbatz mit heißem Body, an dessen schon unheimlich definierten Muskeln die Kamera ganz besonders gern hängenbleibt.

Nicht nur in Sachen Selbstironie versucht diese Kinoexkursion, durch dasselbe Fahrwasser zu manövrieren wie die Kino-Wiederbelebungen von „21 Jump Street“. Das große Problem ist nur, dass die Mischung aus Hommage, Veralberung und Over-the-Top-Action hier überwiegend nicht funktionieren will. Das liegt nicht nur an den pubertären Gags mit eingeklemmtem Penis in der Strandliege, über die höchstens die Zuschauer noch kichern können, die bei der Ausstrahlung der letzten Fernsehfolge noch gar nicht geboren waren. Auch wie zwischendurch einige der Eigenarten der Serie persifliert werden, ist weder einfallsreich oder pointiert, noch zeugt es von größerer Hingabe zum trashigen Ausgangsmaterial.

Baywatch USA 2017, 119 Min., R: Seth Gordon, D: Dwayne Johnson, Zac Efron, Kelly Rohrbach, Start: 1.6.

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