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„Bedingungslos“ von Ole Bornedal

BedingungslosEs beginnt mit dem Ende, einem gewaltsamen Tod auf einer regennassen Straße. Das prägt die nachfolgende Erzählung, das Bewusstsein, dass die Momente des Glücks nicht von Dauer sind. Ein kurzer Moment des Zögerns nur ist es, der die Geschehnisse in Gang setzt. Danach glauben alle, der Kopenhagener Polizeifotograf Jonas sei Sebastian, der neue Freund von Julia, die nach einem Autounfall das Gedächtnis verloren hat. Was für Jonas ein momen­taner Ausbruch aus seiner bürger­lichen Existenz mit Frau und Kindern ist, die Erfüllung der heimlichen Sehnsucht nach dem ganz Anderen, gerät jedoch mehr und mehr zum Albtraum.
Denn offenbar war die Beziehung von Julia und Sebastian nicht so harmonisch – und was hat es mit dessen gewaltsamem Tod in Asien auf sich, wo er mit Julia unterwegs war? Aus den rätselhaften Momenten setzt der Film nach und nach ein Puzzle zusammen, einen Fiebertraum, der manchmal an Lars von Triers Erstling „The Element of Crime“ erinnert. Manche Parallelmontagen, die Jonas’ Zusammensein mit Ehefrau und Geliebter kontrastieren, mögen zwar etwas überdeutlich sein, aber als europäischer Neo-Noir verbindet der Film von Ole Bornedal („Nachtwache“) stilistische Raffinesse mit einem Bewusstsein für die Tradition des Genres und besitzt zugleich die Fähigkeit, den Zuschauer zu überraschen.

Text: Frank Arnold

tip-Bewertung: Sehenswert

Bedingungslos (Kжrlighed pе film), Dänemark 2007; Regie: Ole Bornedal; Darsteller: Anders Wodskou Berthelsen (Jonas), Rebecka Hemse (Julia), Nikolaj Lie Kaas (Sebas­tian); Farbe, 99 Minuten

Kinostart: 9. April 2009

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