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„Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“ im Kino

Beltracchi - Die Kunst der Fälschung

Vielen Menschen wird es wohl so ähnlich gehen wie den französischen Nachbarn von Wolfgang Beltracchi, die mit ihm den Abschied aus seinem zwangsversteigerten Anwesen feiern: Sie halten den erfolgreichen, aber mittlerweile verurteilten Kunstfälscher für einen Robin Hood der Kunstwelt. Denn wie alle Kunstfälscher bediente auch Beltracchi ein populistisches Klischee: Fast 40 Jahre lang düpierte er mit seinen handwerklich exzellenten Gemälden „im Stil von …“ Museen, Sammler und Auktionshäuser, stieß dabei namhafte Experten von ihren Sockeln und schädigte (im finanziellen Sinn) vor allem jene, die es sich sowieso leisten können. Geschieht also allen ganz recht, oder? In Arne Birkenstocks dokumentarischem Porträt erklären nun einerseits Beltracchi und seine Frau Helene, wie sie ihr Geschäft im Detail betrieben haben, andererseits lässt der Regisseur aber auch jene Aspekte nicht unter den Tisch fallen, die man bei Kunst und Fälschung immer auch diskutieren muss: die Mechanismen des Kunstmarkts, die Originalität des wahren Künstlers, die Gier nach (vermeintlicher) Authentizität. Trotzdem: Am Ende fühlt man sich von dem zwar oberflächlichen, jedoch flapsig charmanten Beltracchi irgendwie auch um den Finger gewickelt.

Text: Lars Penning

Foto: Wolfgang Ennenbach / Fruitmarket Kultur und Medien

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“ im Kino in Berlin

Beltracchi – Die Kunst der Fälschung, ?Deutschland 2013; Regie: Arne Birkenstock; 102 Minuten; FSK 0

Kinostart: 6. März

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