Neuverfilmung

„Ben Hur“ im Kino

Die „größten Geschichten aller Zeiten“ haben im Hollywoodkino in der Regel mit Jesus zu tun. „Ben Hur“ zählt dabei zu denjenigen, die sich der Sache vom Rande her nähern: Die Hauptfiguren, der jüdische Prinz Judah Ben-Hur und der Römer Messala sind schlicht erfunden.

Foto: 2016 Paramount Pictures/ Metro Goldwyn Mayer Pictures/ Philippe Antonello

Die Version von 1959 zählt zu den legendären Bibelschinken, heute interessieren daran zum Beispiel die eindeutig schwulen Zwischentöne. Actionregisseur Timur Bekmambetow legt nun eine verschlankte Version für das 21. Jahrhundert vor, die praktisch alles aufgibt, was an der Geschichte einmal interessant war: das heilsgeschichtliche Pathos und der sehr, sehr lange Spannungsbogen. Bekmambetow prügelt die ganze Sache in zwei Stunden durch, wobei ihm wenige einprägsame Szenen gelingen: Der Einmarsch der Römer in Jerusalem, der mit einem Anschlag für die Wende zwischen Judah und Messala sorgt, ist beeindruckend gefilmt, wie überhaupt das Landschaftscasting und das Set Design zu den Stärken des neuen „Ben Hur“ (in passablem 3D) gehören. Das Wagenrennen ist nicht wesentlich packender als das von 1959.

Das ganze Tamtam kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bekmambetow keine Ahnung davon hat, was an „Ben Hur“ faszinierend sein könnte. Da hilft auch der charismatische Morgan Freeman nichts, der hier auf groteske Weise der Lächerlichkeit preisgegeben wird.

Ben-Hur (OT) USA 2016, 120 Min., R: Timur Bekmambetov, D: Jack Huston, Toby Kebbell, Morgan Freeman, Rodrigo Santoro, Start: 1.9.

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