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„Berg Fidel – Eine Schule für alle“ im Kino

Berg Fidel - Eine Schule für alle

David ist hör- und sehbehindert, dabei jedoch hochintelligent und musikalisch. Sein kleiner Bruder Jakob hat das Down-Syndrom. Lucas benötigt nach eigener Angabe beim Lernen immer ein wenig mehr Zeit als die anderen Kinder. Und Anita, die in Deutschland nur geduldete Roma aus dem Kosovo, ist schon deutlich älter als ihre Mitschüler. Gemeinsam ist allen, dass sie die Grundschule Berg Fidel in Münster besuchen. Denn dort ist integratives Lernen an­gesagt.
In Hella Wenders Dokumentation, die unkommentiert einen Einblick in das Leben der jungen Protagonisten gibt, sind die Vorzüge dieses Systems mit Händen zu greifen: Die Kinder erlangen größere Selbstständigkeit, haben mehr Erfolgserlebnisse zu verzeichnen und lernen, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Wie sagt David doch so schön: Man sollte den Kindern nicht ihre Schwächen vorführen, sondern lieber ihre Stärken.
Zur lange währenden und erbittert geführten Diskussion über die richtige Schulform gibt der Film ein klares Statement ab und verhehlt auch nicht die Probleme, die den Kids nach der Grundschulzeit in Berg Fidel blühen: Dann nämlich wird im deutschen Schulsystem selektiert und der größte Teil der vorherigen Arbeit wieder zunichte gemacht.

Text: Lars Penning

Foto: W-Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Berg Fidel – Eine Schule für alle“ im Kino in Berlin

Berg Fidel – Eine Schule für alle, Deutschland 2011; Regie: Hella Wenders; 94 Minuten; FSK 0

Kinostart: 13. September

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