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Berlin Documentary Forum im HKW

Edgar-Morin-Jean-RouchDer Bürokrat der Vernichtung sah sich mit Dokumenten seines Wirkens konfrontiert, ein rarer Moment, in dem das Medium Film eine Brücke schlug zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, zwischen vergessener oder verdrängter Schuld und dem Gedächtnis der Toten. Die Szene, in der Eichmann in den Abgrund seiner Verantwortung blickte, taucht in dem kurzen Film „Henchman Glance“ auf, der
eigentlich von Chris Marker stammt, der aber nicht zur offiziellen Filmografie des französischen Grenzgängers zwischen Dokumentar-, Essay- und Reisefilm gehört. Beim „Berlin Documentary Forum„, dessen erste Ausgabe vom 2. bis 6. Juni im Haus der Kulturen der Welt stattfinden wird, läuft „Henchman Glance“ in einem Programmteil, den Eyal Sivan gestaltet hat, selbst ein bedeutender Dokumentarist („Der Spezialist“, „Route 181“). Er ist nur einer von zahlreichen hochkarätigen Gästen aus den Bereichen des Kinos und der Kunst, die im Verlauf der fünf Tage die vielen Aspekte untersuchen und konstruktiv problematisieren wollen, die das Dokumentarische in der komplexen Wirklichkeit des Medienzeitalters ausmachen.?

Text: Bert Rebhandl

Berlin Documentary Forum Haus der Kulturen der Welt, 2. bis 6. Juni, Programmdetails: www.hkw.de

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