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„The Berlin File“ von Ryoo Seung-wan

The Berlin File

Oberbaumbrücke, Friedrichstraße, Dom und Brandenburger Tor, aber auch schäbige Hinterhöfe, Straßen- und U-Bahnen sind markante Berliner Originalschauplätze in diesem packend inszenierten Agententhriller mit ausgezeichneten koreanischen Hauptdarstellern, in dem das Smartphone zum wichtigsten Requisit wird. Filmstar Ha Jung-woo bietet eine Glanzleistung als zwischen Treue zum Vaterland und Liebe zu seiner Frau (feinfühlig gespielt vom Kino-Idol Gianna Jun) innerlich hin und her gerissener nordkoreanischer Top-Agent. Ahnungslos wird er zur Marionette von Machtintrigen und kämpft zwischen den diffusen Fronten von amerikanischen, israelischen, süd- und nordkoreanischen Geheimdienstlern ums Überleben, zudem ist ein krimineller arabischer Klan in Berlin hinter ihm her. Ryoo Seung-wans Riesentalent war bereits 2002 bei seinem ersten professionell produzierten Krimi „No Blood, No Tears“ offenkundig, in „The Berlin File“ gelangt er als Drehbuchautor, Regisseur und bei der Bildgestaltung nun zur Meisterschaft. Der finale Showdown in einem Schilffeld ist expressiv gefilmt und an Tragik kaum zu überbieten – ein Schauspiel mit existenzieller Aura.

Text: Ralph Umard

Foto: splendid film

tip-Bewertung: Herausragend

The Berlin File, Südkorea 2013; Regie: Ryoo Seung-wan; 117 Minuten; Extras: Trailer. Erschienen bei  splendid film

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