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Berlin-Premiere: „Kahlschlag“ im Moviemento

Kahlschlag

Der südamerikanische Regenwald wird gelegentlich als „Lunge der Erde“ bezeichnet. Wir stellen ihn uns meistens von außen vor, aus der Perspektive eines Flugzeugpassagiers oder eines Abenteurers, der in die Wildnis geht. Wie die Sache für die Menschen aussieht, die immer schon dort gelebt haben, das ist Thema des Films „Kahlschlag – Der Kampf um Brasiliens Wälder“, der Zeugnisse von zahlreichen Vertretern indigener Völker aus der Amazonas-Region gesammelt hat. Marco Keller dokumentiert die Auswirkungen, die die Intensivlandwirtschaft im Bundesstaat Mato Grosso do Sul hat. Der Anbau von Soja oder Zuckerrohr frisst ausgelaugte Brachen in das komplexe Ökosystem des Regenwalds. Völkern wie den Guarani-Kaiowб, von denen auch der Spielfilm „Birdwatchers“ erzählt hat, geht damit die Lebensgrundlage verloren.
Nebenbei wirft Keller damit auch ein interessantes Schlaglicht auf Aspekte des Wachstums in Brasilien, das in­zwischen zu den Boomländern unter den früheren Entwicklungsländern aufgeschlossen hat, nicht ohne dafür einen hohen Preis zu zahlen.

Text: Bert Rebhandl

Kahlschlag, Deutschland 2011; Regie: Marco Keller; Moviemento, Do 15.3., 19.30 Uhr

Berlinpremiere mit Regisseur und weiteren Gästen

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