Kino & Stream

Berlin-Zyklus in der Berlinischen Galerie

Imbiss am Potsdamer Platz

Die Info-Box auf dem Potsdamer Platz ist inzwischen Stadtgeschichte. In seinem Film „Max Missmann / E.L. Kirchner: Der Potsdamer Platz 1900– 1930“ stellt der Filmemacher Manfred Wilhelms Korrespondenzen her zwischen dem Rot der Info-Box und dem Rot in Kirchners Gemälde „Potsdamer Platz 1914„. Die assoziative Arbeitsweise findet sich auch in anderen Arbeiten des Berlin-Zyklus, an dem der Berliner Filmemacher seit 1995 arbeitet. Wilhelms, der zuvor als Maler und Fotograf tätig war, hat eine umfangreiche Chronik der baulichen Veränderungen in Berlins Mitte nach dem Mauerfall geschaffen. Aufnahmen der Gegenwart setzt er in Kontrast zu Fotos vergangener Zeiten – und lässt sich Zeit bei der Beobachtung von Menschen und Arbeitsvorgängen. „Im Lichtbild der Großstadt“ wurde vor zwei Jahren im New Yorker MoMA aufgeführt, die 370-minütige „Legende vom Potsdamer Platz“ war 2001 im Berlinale-Forum zu sehen, doch die Vorführung der vier fertiggestellten Werke (von insgesamt sieben) in der Berlinischen Galerie ist auch ein Hilferuf: Die Filme müssen als Videobänder laufen, weil für eine Umkopierung das Geld fehlt – und bei den entsprechenden Förderinstitutionen wohl auch das Bewusstsein dafür, welchen Wert dieses Material besitzt.

Text: FA

Berlin-Zyklus von Manfred Wilhelms: 5.-26.10., jeweils Montags, 18 Uhr, in der Berlinischen Galerie (Mo 19.10.: 14 Uhr), Eintritt frei

Manfred Wilhelms wird zu allen Filmen Einführungen geben.

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