Berlinale

Berlinale 2018: Tipps für den 25. Februar

© Rapid Eye Movies / Gentle Threat

Shut Up And Play the Piano (Panorama)

Ein Film über Chilly Gonzales dreht sich quasi von selbst, denn diese gnadenlose Rampensau bringt mit seinen Performances und Wortschwällen – einst als Electro-Rapper, jetzt als Klaviermann – locker jede Leinwand zum Bersten. Aufgabe eines versierten Dokumentaristen muss es da sein, den Ego-Entertainer im Zaum zu halten, damit so ein Porträtfilm nicht nur Show sondern auch Substanz liefert. Das gelingt Regisseur Philipp Jedicke ziemlich gut. Und sentimental wird es beim Rückblick auf die Berliner Electro-Clubszene der 2000er-Jahre, die Gonzales mit seiner kongenialen Partnerin Peaches prägte. Andreas Döhler
25.2., 15 Uhr, Colosseum

© Nigerian Film Corporation

Shaihu Umar (Forum)  

Ein Klassiker des nigerianischen Kinos aus dem Jahr 1976 in einer Restaurierung durch das Arsenal – Institut für Film und Videokunst: In Nordnigeria lebt ein weithin respektierter muslimischer Geistlicher, der in Rückblenden seine Lebensgeschichte erzählt. Es ist eine wilde, verworrene Geschichte, die vor allem von einem entscheidenden Kapitel der afrikanischen Verhältnisse erzählt – von der muslimischen Expansion in die Gegenden südlich der Sahara, die nicht nur der Verbreitung des Islams, sondern auch dem Sklavenhandel diente. Muslimische Frömmigkeit hält hier alles zusammen, was in der heutigen nigerianischen Wirklichkeit immer wieder neu ausgehandelt und ausgefochten werden muss. Bert Rebhandl
25.2., 20 Uhr, Arsenal 1

Quelle: Deutsche Kinemathek, © Praesens-Film AG

Kameradschaft (Retro)        

Einen der besten Filme über eine ganz selbstverständliche Form der Völkerfreundschaft drehte Georg Wilhelm Pabst mit „Kameradschaft“: Als deutsche Bergarbeiter von einem Grubenunglück in Frankreich erfahren, eilen sie ihren Kollegen mit Rettungsmannschaften zu Hilfe. Allerdings zeigt Pabst in seinem dramatischen und realistischen Film, dass der Rettung nicht nur technische Probleme im Weg stehen, sondern auch Grenzen: geografische und jene in den Köpfen. Am Ende aber siegt die Solidarität der Berufskollegen. In der bereits stark polarisierten deutschen Gesellschaft war der Film 1931 kein großer Erfolg; in Frankreich wurde er seinerzeit erheblich freundlicher aufgenommen. Lars Penning
25.2., 14:15 Uhr, CinemaxX 8

Achtung: Die Kinos haben jeweils noch ein Kartenkontingent an der Kinokasse. Wenn die Karten online ausverkauft sind, gibt es also noch die Möglichkeit, direkt vor den Vorführungen an Tickets zu kommen.

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