Kino & Stream

Berlinale, Friedrichstadtpalast & Co.

Die Berlinale geht weiter in die Breite. Das Wachstumsprogramm, das Dieter Kosslick dem Festival seit seinem Amtsantritt im Mai 2001 verordnet hat, setzt sich in diesem Jahr auf den Leinwänden der Retrospektive fort. Sie ist während der 59. Berliner Filmfestspiele (5.-15. Februar 2009) dem 70mm-Kino gewidmet. Ihre Stars sind die raumgreifenden Formate Todd-AO („Cleopatra“, „Hello, Dolly!“, „The Sound of Music“), Panavision Super 70 („Lawrence of Arabia“, „West Side Story“, „2001: A Space Odyssey“), Camera 65 („Ben Hur“), Sovscope-70 („Woina i mir“, „Krieg und Frieden“), DEFA-70 („Goya“) und Dimension 150 („Patton“). Insgesamt sind 22 Filmprogramme mit Produktionen aus den USA und Europa zu sehen, Musicals, Monumental- und Kriegsfilme. Die Retrospek­tive, die sich auch als Hommage an die großen Filmpaläste versteht, wird im Cinestar am Potsdamer Platz und im Kino International gezeigt, das 1963 als drittes Ostberliner 70mm-Kino eröffnet wurde. Das Filmprogramm wird durch eine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen von Experten und Gesprächen mit Filmschaffenden ergänzt. Das Buch zur Retrospektive 70 mm – Bigger than Life erscheint im Berliner Bertz + Fischer Verlag.

Auch einen neuen Spielort mit beachtlichen Ausmaßen hat sich das Festival in diesem Jahr zugelegt: Der Friedrichstadtpalast wird für
die Dauer der Berlinale zum Kino, die 32 Tänzerinnen des Balletts haben inzwischen Theaterferien. In dem adaptierten Revuetheater an der Friedrichstraße 107 können jeweils über 1800 Zuschauer täglich vier bis sechs Vorstellungen von Filmen aus dem Wett­bewerbs- oder Berlinale Special-Programm sehen. Dafür hat der Friedrichstadtpalast eigens hochwertige Kinotechnik installiert.

Die Deutsche Filmakademie macht derweil in Kinospots unter dem Label „Wir können auch anders!“ Stimmung für den deutschen Film, wie sie ihn liebt. Im ersten dieser sogenannten Minifilme soll mit dem Klischee (wessen eigentlich?) aufgeräumt werden, der deutsche Film wäre „“angsam“, „trocken“,“„lustlos“, „politisch korrekt“, „unromantisch“, „humorlos“ und „brav“. Das Gegenteil ist auch schwer
in Ordnung, allerdings können nach unseren langjährigen Forschungen deutsche Filme durchaus drei bis vier der oben genannten Kategorien erfüllen – und großartig sein. Für diese Filme sollte die Filmakademie gelegentlich auch mal Wer­bung machen. Im Netz zu sehen ist der Spot unter www.deutsche-film­akademie.de/minifilme.o.html

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