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Berlinale zeigt Eisensteins „Oktober“

Oktober

Auch in diesem Jahr präsentieren die Internationalen Filmfestspiele von Berlin im Rahmen der Berlinale Retrospektive 2012 eine außergewöhnliche Premiere: Am Freitag, den 10. Februar 2012 kommt es im Berliner Friedrichstadtpalast zur Premiere der restaurierten Film- und Musikfassung von Sergej M. Eisensteins Meisterwerk „Oktober“.
Die neue HD-Restaurierung aus dem Filmmuseum München basiert auf einer filmwissenschaftlich fundierten Rekonstruktion, an der Naum Klejman in der 1960er Jahren im Staatlichen Filmarchiv Gosfilmofond arbeitete.
Aufmerksamkeit erregen dürfte jedoch vor allem die an die rekonstruierte Fassung angepasste Filmusik von Edmund Meisel. Der 1930 verstorbene Komponist hat die Filmgeschichte der damaligen Zeit durch epochale Filmmusiken maßgeblich geprägt. So wirkt die Musik zu „Oktober“ mit ihrer geräuschhaften Klanglichkeit und Rhythmisierung wie ein Vorbote der Punk- und Technomusik. Die klangliche Untermalung war zu Zeiten der Premiere ähnlich hefitg umstritten wie der Film selbst. „Oktober “ zeichnet die geschichtlichen Prozesse von der Februarrevolution bis zum Oktober 1917 nach und wurde bereits direkt nach seiner Uraufführung im März 1928 im Bolschoi-Theater zensiert und für weitere Aufführungen verboten.
Bei der Aufführung des Films im Friedrichstadtpalast wird die Musik live vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin gespielt. Eine Aufzeichnung der Berlinale-Premiere ist am Mittwoch, den 15.02.2012 um 23.00 Uhr auf ARTE zu sehen.

Oktober, UdSSR 1928, Regie: Sergej M. Eisenstein; Darsteller: Wasili Nikandrow, Nikolai Popow, Boris Liwanow, Nikolai Podwojski

Friedrichstadtpalast, Fr 10.02.2012

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