Berlinale 2012

Auf der Berlinale 2012: „Loxoro“

Loxoro

In ihrem Berlinale-Gewinnerfilm von 2009, „La teta asustada“ („Eine Perle Ewigkeit“), erzählte Claudia Llosa aufwühlend von den Auswirkungen der peruanischen Gewaltgeschichte auf die jüngere Generation. Jetzt kehrt die Regisseurin mit einem Kurzfilm zurück aufs Festival, als Beitrag im Berlinale-Shorts-Wettbewerb unter dem Juryvorsitz Sandra Hüllers. In „Loxoro“ (Di 14.2., 16.00 Uhr, CinemaxX 5) befasst sich die 35-Jährige erneut mit Gewaltstrukturen ihres Heimatlandes. Die Geschichte führt in Limas Transsexuellen-Sphäre, „Loxoro“ heißt die Fantasiesprache der Community: eine sprachliche Sicherheitszone, die es im Alltag der beiden Hauptfiguren nicht gibt. Die dramatische Eingangssequenz zeigt, wie eine junge Dragqueen in die Fänge einer aufgebrachten Gruppe Freier gerät. Auf die Suche nach der Vermissten begibt sich tags darauf die ältere Transsexuelle Makuti, der Film folgt ihrem Weg in Limas nächtliche Straßen, entlang an dem von Polizeirazzien geprägten queeren Straßenstrich, durch Bars und in skurrile Hinterstuben, in denen obskure Trinker-Gemeinschaften der Verzweifelten als Orakel wahrsagen. In dokumentarisch anmutenden, direkten Bildern wird Lima zur diffusen Gefahrenlandschaft.

Text: Ulrike Rechel

Berlinale Shorts
Programm siehe tip-Extra „Berlinale 2012“ auf Seite 30 und 31.

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