Berlinale 2012

Filmkritik: „Metйora“ im Wettbewerb der Berlinale

Metйora

Die Mйteora-Klöster in Thessalien gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und sind spektakulär: auf spitzen Felsen über der Landschaft schwebend, im Mittelalter mit man weiß nicht welchen Mitteln gebaut, alle nur schwer zugänglich, in den Wolken verschwindend, einige noch immer bewohnt.
Hier siedelt der junge griechisch-kolumbianische Regisseur Spiros Stathoulopoulos seine neue Version der uralten Geschichte über den Mönch (Theo Alexander) und die Nonne (Tamila Koulieva) an, die sich ineinander verlieben: er steigt die steilen Treppen  von seinem Kloster herab, sie lässt sich im Netz von dem ihrigen abseilen, und im Tal finden ihre Hände wortlos zusammen.
Das zwischen Himmel und Erde zerrissene Begehren der Protagonisten illustriert der Film nicht nur in langen Panorama-Aufnahmen (in denen freilich die digitale Kamera die Erhabenheit der Landschaft nur schwer einzufangen vermag), sondern immer wieder auch in allegorischen Animationssequenzen, die sich stilistisch an Holzikonen anlehnen. Das ist alles recht interessant, trägt aber den Film nicht, der immer wieder stockt und leider auch das Quälende, Langeweilige der religiösen Lebensweise in die Zuschauererfahrung mit einfließen lässt. Und der Konflikt zwischen Spirituellem und Fleischlichem, um den es ihm geht, wirkt ähnlich aus der Zeit gefallen, wie die mittelalterlichen Klosteranlagen.

Text: Catherine  Newmark

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Metйora, Deutschland/Griechenland 2012; Regie: Spiros Stathoulopoulos; Darsteller: Theo Alexander, Tamila Koulieva; 82 Minuten

Wettbewerb
13.02., 09.30, Friedrichstadtpalast
13.02., 12.30, Haus der Berliner Festspiele
19.02., 20.00, Haus der Berliner Festspiele

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