Berlinale 2013

Die Wettbewerbs-Jury der Berlinale 2013

Wong Kar Wei

In diesem Jahr gibt es mit Wong Kar-Wai (Bild rechts) einen Vorsitzenden, der (so möchte man sich das zumindest vorstellen) am besten das salomonische Schweigen beherrscht. Wie aber werden sich die dänische Kunstfilmerin Susanne Bier, der deutsche Alltagsrealist An­dreas Dresen, die iranische Symbolrealistin Shirin Neshat und die griechische Kinointellektuelle Athinas Rachel Tsangari auf einen gemeinsamen Nenner einigen können? Zum Glück ist das Gremium, das bei der Berlinale den Goldenen und eine Menge anderer Bären vergeben muss, noch ein wenig größer, und mit dem Schauspieler Tim Robbins gehört auch noch einer zur Gruppe, dem man ausgleichendes Geschick unterstellen könnte. Andererseits ist Robbins ein besonders politischer Kopf, er könnte also mit Rachel Tsangari eine feuerrote Koalition bilden.
Das Zünglein an der Waage könnte Ellen Kuras werden, amerikanisches Multitalent (Kamerafrau, Regisseurin, Autorin), der man aufgrund ihrer bisherigen Arbeiten für Michel Gondry, aber auch für sich selbst („The Betrayal“) einen offenen Kunstbegriff unterstellen kann. Damit ist sie perfekt geeignet für einen Wettbewerb, der in 19 Filmen zu den entlegensten Breiten des Kinos ausbricht – und bei dem die Jury hoffentlich nicht mit Zentrismus reagiert.

Text: Bert Rebhandl

Foto: 2011 Block 2 Productions Ltd.

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