Berlinale 2013

Filmkritik: „The Grandmaster“ im Wettbewerb der Berlinale 2013

The Grandmaster

Seine Lebensgeschichte ist von Legenden umrankt und wurde mehrfach verfilmt, besonders erfolgreich von Wilson Yip („Ip Man“, 2008/“Ip Man 2″, 2010) mit Kung Fu-Star Donnie Yen in der Titelrolle. Wong Kar-wais visionär verklärendes Lichtspiel über den 1972 verstorbenen Kungfu-Großmeister Ip Man, der in den 50er Jahren auch Bruce Lee unterrichtete, beginnt als Martial Arts Movie mit visuell eindrucksvollen Trainings- und Kampfszenen; dann richtet sich der Blickpunkt mehr auf die rebellische Tochter eines konkurrierenden Großmeisters. Im Stil eines lyrischen Melodrams werden mit elegischer Musikuntermalung Schicksalsschläge und die sehnsuchtsvolle, aber unerfüllte Liebesbeziehung der kampfstarken Heldin mit Ip Man vor Augen geführt, wobei die Kamera das fotogene Antlitz von Zhang Ziyi mit effektvoll aufbereiteten Großaufnahmen geradezu liebkost. Ohne den historischen Hintergrund genauer zu beleuchten, zeigt Wong Kar-wai, wie das Leben selbst starker Persönlichkeiten von ihrer Heimatkultur und vom Zeitgeschehen bestimmt wird, wie wenig man im Grunde seines eigenen Glückes Schmied ist.

Text: Ralph Umard

Foto: Wild Bunch Distribution

Wettbewerb (außer Konkurrenz)
The Grandmaster (Yi dai zong shi), Hongkong/China 2012; Regie: Wong Kar-wai; Darsteller: Tony Leung, Zhang Ziyi, Chang Chen; 120 Minuten

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