Berlinale 2013

Filmkritik: „Prince Avalanche“ im Wettbewerb der Berlinale 2013

Prince Avalanche

Auf diesen Film durfte man gespannt sein: David Gordon Green, der seine Karriere im Forum-Programm der Berlinale mit den lakonischen Indie-Filmen „George Washington“ (2000) und „All the Pretty Girls“ (2003) begann, zuletzt aber mit „Ananas Express“, „Your Highness“ und „Bad Sitter“ eher in Richtung pubertären Humors unterhalb der Gürtellinie tendierte, kündigt ein Road Movie an, angesiedelt im Jahr 1988 und basierend auf einem isländischen Film aus dem Jahre 2011.
Alvin (Paul Rudd) und Lance (Emile Hirsch) haben die alles andere als aufregende Aufgabe, auf einer wenig befahrenen Landstraße die Fahrbahnmarkierungen zu erneuern – für Alvin die Chance, in der Einsamkeit und Stille der Natur zu sich selbst zu finden, nachdem ihn seine Frau verlassen hat, für seinen Schwager Lance dagegen die Abwesenheit all jener Vergnügungen, die sein Leben lebenswert machen – er kann das Wochenende in der Stadt, wo er feiern und Frauen aufreißen will, kaum erwarten. Am Ende müssen sie sich eingestehen, dass sie beide auf der Flucht vor der Verantwortung sind. Man könnte darüber spekulieren, ob es der Film in den Wettbewerb geschafft hat, weil Alvin mit Hilfe von Sprachcassetten Deutsch lernt. Seine Bärenchancen sind gering, dafür ist er schlicht zu unspektakulär (auch wenn er am Ende noch Züge einer Geistergeschichte bekommt) – was als Kompliment gemeint ist.

Text: Frank Arnold

Foto: Scott Gardner

Chance auf den Goldenen Bären: Das tip-Bärometer

Wettbewerb Berlinale 2013
Prince Avalanche, USA 2013; Regie: David Gordon Green; Darsteller: Paul Rudd (Alvin), Emile Hirsch (Lance); Farbe, 94 Minuten.

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