Berlinale 2013

Filmkritik: „Promised Land“ im Wettbewerb der Berlinale 2013

Promised Land

Früher hieß das gelobte Land Kanaan, heute heißt es Pennsylvania. In dem US-Bundesstaat ist vor einigen Jahren ein neuer Goldrausch ausgebrochen, das tief unter der Erde eingeschlossene Schiefergas verspricht riesige Gewinne. Die Sache freilich hat einen Haken: Um das Gas zu fördern, werden Unmengen an Chemikalien in den Boden gepresst die Methode nennt sich Fracking, die Folgen für Grundwasser und Umwelt können desaströs sein. Aber wen juckt das schon, wenn unterm Pflaster die Milliarden liegen?
Eine Kleinstadt, die am finanziellen Abgrund taumelt, ein Industrieller, der den Weg ins heilige Richistan ausschildert, ein weiser alter Zweifler, der aufbegehrt und damit erst ein übles intrigantes Spiel ins Rollen bringt: Darum dreht sich Gus Van Sants hochkarätig besetzter Film mit Matt Damon und Frances McDormand als eingespieltes Duo Konzern-Abgesandter, das das Land der Farmer anzapfen will und dabei ein wunderbares Gespann abgibt, mit vielen Gelegenheiten für staubtrockene Dialoge. Nicht zuletzt durch die differenzierte Zeichnung seiner Hauptfiguren vermeidet Van Sant es – abgesehen von einem etwas pathetischen Finale – ein einfaches Bild der guten und der bösen Seite eines verhängnisvollen Prozesses zu zeichnen. Einmal mehr beweist der große Regie-Seismograph feines Gespür für den nächsten gesellschaftspolitischen Sprengstoff in den USA.

Text: Ulrike Rechel

Foto: 2012 Focus Features LLC.

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Wettbewerb Berlinale 2013
Promised Land, Regie: Gus Van Sant, Darsteller: Matt Damon (Steve Butler), Frances McDormand (Sue Thomason), Hal Holbrook (Frank Yates), 106 Minuten

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