Berlinale 2014

Das Panorama bei der Berlinale 2014

Triptyque

Ihr Leben neu ordnen müssen auch die drei Hauptfiguren in Robert Lepages Episodenfilm „Triptyque“. Im Zentrum dreier miteinander verbundener Figuren steht die Jazzsängerin Marie (Frйdйrike Bйdard), die nach einer Tumor-Diagnose einen Teil ihres Gedächtnisses verliert. Das anschließende Ringen um verlorene Kindheitserinnerungen markiert die Anfangsphase eines neuen Lebens – eine Metamorphose, die auch die beiden ihr nächsten Menschen erfasst: ihre Schwester und ihren Chirurg. Angesiedelt in einer gereiften Künstler- und Kulturszene in Montreal und Quйbec City, ähnelt Lepages erster Spielfilm nach längerer Pause einem sensiblen Porträt der eigenen Generation.
Neben einprägsamen Erzählfilmen junger Talente und großer Namen bietet das Programmsegment Panorama Dokumente eine gewohnt weite Fülle an politischen, queeren, musikbezogenen und zeitgeschichtlichen Themen: Regisseurin Annekatrin Hendel etwa geht in „Anderson“ dem Fall des Ost-Berliner Literaten und wichtigen Stasi-Zuarbeiters Alexander „Sascha“ Anderson nach und hat dafür den Autor selbst und ehemalige Künstlerkollegen interviewt. In „Another World“ begleitet Rebecca Chaiklin die Initiatoren der New Yorker Occupy-Wall-Street-Bewegung und nimmt deren immer noch lebendigen Widerstandimpuls gegen die Ausbeutung des Gemeinwohls auf.
Die Langzeitdoku „The Dog“ wiederum widmet sich einem Freiheitskämpfer in eigener hochskurriler Mission: Anhand von Interviews erzählen die Regisseure Allison Berg und Frank Keraudren die Story jenes Mannes nach, von dem Sidney Lumet 1975 in dem Film „Hundstage“ erzählte. Es geht um den spektakulär gescheiterten Bankraub, den der schwule John Wojtowicz 1972 im chaotischen Do-it-yourself-Verfahren mitten in Manhattan verübte, mit dem Ziel, Geld für die Geschlechtsumwandlung seines Freundes zu besorgen. Ein besonders skurriles Exemplar in einem Panorama-Jahrgang voller couragierter Figuren – und nicht wenigen Hoffnungs-gestalten.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Internationale Filmfestspiele Berlin

TERMINE

„Calvary“ So 09.02. 19:00, Zoo Palast 1; Mo 10.02. 10:00, CinemaxX 7; Di 11.02. 14:30, Cubix 9; Fr 14.02. 21:30, Zoo Palast 1; So 16.02. 20:00, International (D); „Test“ Fr 07.02. 22:45, CineStar 3; Do 13.02. 22:30, CinemaxX 7; Fr 14.02. 20:15, CineStar 3; Sa 15.02. 22:30, Cubix 8; Sa 15.02. 22:30, Cubix 7; „In Grazia di Dio“ Sa 08.02. 22:30, Colosseum 1 (E); Di 11.02. 22:00, Zoo Palast 1 (E); Mi 12.02. 12:30, CinemaxX 7 (E); Do 13.02. 17:00, Cubix 9 (E); Sa 15.02. 14:00, International (E); „Triptyque“ Di 11.02. 17:45, CineStar 3 (E); Fr 14.02. 19:00, Zoo Palast 1 (E); Sa 15.02. 12:30, CinemaxX 7 (E); So 16.02. 17:00, Cubix 9 (E); „Anderson“ Di 11.02. 17:00, International (E); Mi 12.02. 14:30, CineStar 7 (E); Do 13.02. 20:00, CineStar 7 (E); „The Dog“ Fr 07.02. 22:30, CineStar 7; Sa 08.02. 15:30, Colosseum 1; Mi 12.02. 17:00, CineStar 7; Do 13.02. 12:00, CineStar 7; Fr 14.02. 14:00, International

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