Berlinale 2014

Die Retrospektive der Berlinale 2014

Retrospektive

Wie bereits die letztjährige Berlinale-Retrospektive „The Weimar Touch“ mit sehenswerten Beispielen zeigte, ist die Kinogeschichte auch eine Geschichte von kulturellen Transfers. In diesem Jahr legt die Retrospektive ihr Augenmerk auf die Achse Hollywood-Tokio. Ausgehend von Daisuke Miyaos Buch „The Aesthetics of Shadow. Lighting and Japanese Cinema“ untersucht das Programm anhand der Lichtgestaltung in großen Studioproduktionen die ästhetische Wechselwirkung zwischen den beiden nationalen Filmindustrien. Die Kunst der Lichtführung war in der japanischen Filmgeschichte ein lange Zeit unerschlossenes Gebiet. Miyao hat hier wichtige Grundlagenforschung betrieben, indem er in der Praxis von Filmstudios wie Shochiku, das bereits 1920 den japanischen Kameramann Henry Kotani aus Hollywood zurückholte, kulturgeschichtliche Traditionen aufzeigt. Dieser Austausch schlug sich in allen Genres nieder. Die Berlinale zeigt eine repräsentative Auswahl von vierzig Filmen, darunter Klassiker wie Josef von Sternbergs „Shanghai Express“, Akira Kurosawas „Rashomon“ und John Fords „Früchte des Zorns“. Doch vor allem einige im Westen bislang weniger kanonische Werke wie „Nasake no hikari“ („Light of Compassion“) oder „Yukinojo henge“ („Yukinojos Verwandlung“) erscheinen im Rahmen der Retrospektive buchstäblich in einem neuen Licht.

Text: Andreas Busche

Foto: Quelle: Kawakita Memorial Film Institute, Tokio / Shochiku Co., Ltd.

TERMINE

„Shanghai Express“: Mi 12.02. 19:45, CinemaxX 8; So 16.02. 19:00 Zeughauskino; „Rashomon“: Fr 07.02. 19:30; Zeughauskino (E); So 16.02. 17:00, CinemaxX 8 (E); „Früchte des Zorn“: Do 13.02. 21:30; Zeughauskino; So 16.02. 12:30, CinemaxX 8, „Nasake no hikari“: Mi 12.02. 19:00, Zeughauskino (E); Do 13.02. 17:00, CinemaxX 8 (E); „Yukinojo henge“: Sa 08.02. 14:15, CinemaxX 8 (E); Sa 15.02. 19:00, Zeughauskino (E)   

 

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