Berlinale 2014

Die Stunde der Stars auf der Berlinale 2014

Stars im Blitzlichtgewitter

Es ist eine der vielen hübschen Untertreibungen im Showbiz: darstellerisch oder kreativ Mitwirkende an Filmen werden branchenintern einfach als „talents“ geführt, ein Begriff, der für Tom Cruise im Grunde genauso gilt wie für einen dritten Nebendarsteller. Wenn es dann darum geht, einen Film international zu vertreten, mit Interviews, Talkshow-Auftritten oder einem Gang über einen roten Teppich, dann schlägt die Stunde der PR-Agenten. Sie handeln aus, welche „talents“ wann wohin reisen. David O. Russells neue Komödie „American Hustle“ hat Dieter Kosslick sicher nicht nur deswegen in die Reihe Special eingeladen, weil diese anarchische Korruptionsgeschichte aus der Zeit der Schlaghosen und der gewagtesten Dekolletйs für mehrere Oscars im Rennen ist, sondern weil da gleich fünf bemerkenswerte „talents“ eine wichtige Rolle spielen: Bradley Cooper, Christian Bale, Jennifer Lawrence, Amy Adams und Jeremy Renner kommen für einen Besuch in Berlin infrage, Cooper und Bale sind bisher angekündigt.
Das „stargazing“`“ (und die avancierten Formen davon, die Autogrammjagd und der Versuch, sich mit einem Idol fotografieren zu lassen) sind besondere Berlinale-Disziplinen. Das Festival kommt den Fans entgegen, indem vor allem für die Sektion Special dezidiert starhaltige Filme angesetzt werden. Zum Beispiel „The Two Faces of January“ mit Kirsten Dunst und Viggo Mortensen, bei denen die Chancen gut stehen, sie in Berlin zu sehen.
Im Wettbewerb, allerdings außer Konkurrenz, läuft „La belle et la bкte“ von dem Franzosen Christophe Gans. In den Hauptrollen: Lйa Seydoux und Vincent Cassel. Und von deutscher Seite? Im deutschen Wettbewerbsteilnehmer „Zwischen Welten“ tritt mit Ronald Zehrfeld ein Schauspieler auf, der zweifellos nicht nur „talent“ ist, sondern auch besitzt, und der einen Gang über den roten Teppich souverän bestehen wird. Wer ihn dort nicht antrifft, kann ihn vielleicht zufällig mal so in Berlin sehen. Dann, wenn der Starrummel vorbei ist. Aber der hört ja nie auf.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Tim Heide

TERMINE

„American Hustle“ Fr 07.02. 21:00, Friedrichstadt-Palast (D); Sa 08.02. 21:30, Haus der Berliner Festspiele (D); „The Two Faces of January“ Di 11.02. 19:30, Zoo Palast 1; Mi 12.02. 12:00, Haus der Berliner Festspiele; So 16.02. 21:45, Zoo Palast 2; „La belle et la bкte“ Fr 14.02. 19:00, Berlinale Palast (D, E); Sa 15.02. 09:30, Haus der Berliner Festspiele (D, E); Sa 15.02. 12:30, Friedrichstadt-Palast (D, E), Sa 15.02. 22:00; Haus der Berliner Festspiele (D, E), So 16.02. 15:00; Friedrichstadt-Palast (D, E), „Zwischen Welten“ Di 11.02. 16:00, Berlinale Palast (D, E); Mi 12.02. 09:30, Friedrichstadt-Palast (D, E); Mi 12.02. 15:30, Friedrichstadt-Palast (D, E), Mi 12.02. 19:30; Haus der Berliner Festspiele (D, E), So 16.02. 15:30, Berlinale Palast (D, E)

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