Berlinale 2014

Filmkritik: To Mikro Psari

To Mikro Psari

Auftragskiller Stratos blickt auf eine Karriere zurück, um die ihn selbst der lokale Gangsterboss beneidet. Jetzt verdient er seinen Lebensunterhalt mit dem Backen von Kuchen. Zur Waffe greift der Ruheständler nur noch, um Geld für den geplanten Gefängnisausbruch eines alten Freundes zusammenzukratzen. Dass der Killer die einzig integre Figur verkörpert, gehört zu den bösen Paradoxien in Yannis Economides desolatem Gesellschaftsporträt „Stratos“. Economides ist der temperamentvollste unter den Regisseuren des neuen griechischen Kinos und auch sein aktueller Film wechselt abrupt zwischen Phasen körperlicher beziehungsweise verbaler Drastik und einem mitunter dramatischen Stoizismus. Ein Film, der buchstäblich keine Gefangenen macht – und das wurde im diesjährigen Berlinale-Wettbewerb auch höchste Zeit.

Text: Andreas Busche

Foto: Falirohouse Productions

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To Mikro Psari (Stratos), Griechenland/Deutschland/Zypern 2014; Regie: Yannis Economides; Darsteller: Vangelis Mourikis, Vicky Papadopulou, Petros Zervos

Weitere Termine:
Mi 12.02., 12.00 Uhr: Friedrichstadtpalast
So 16.02., 21.30 Uhr: Haus der Berliner Festspiele

 

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