Berlinale 2016

„Cha Va Con Va“ von Phan Dang Di im Wettbewerb

Cha Va Con Va

Vietnam, Anfang 2000. Das straff von der kommunistischen Partei regierte Land, erfвhrt Mitte der 90er Jahre nach Aufhebung des amerikanischen Wirtschaftsembargos nicht nur einen rasanten ökonomischen  Aufschwung, sondern auch eine Öffnung nach Aussen, die insbesondere der jungen urbanen Generation neue Freiheiten eröffnet.
Vor dem  Hintergrund dieser sozialen Umwälzungen hat der vietnamesische Filmemacher Phan Dang Di seinen zweiten Spielfilm angesiedelt, der uns in das Lebensgefühl, die Sehnsüchte und Verlangen einer Gruppe junger Männer und Frauen in Saigon eintaucht.
Der junge Photographiestudent Vu lebt mit einer buntgemischten Gruppe junger Männer in einer Wohngemeinschaft auf einem Hausboot. Er ist neu in Saigon und erkundet fasziniert die brodelnde Hauptstadt mit seiner neuen Kamera, einem teuren Modell, das ihm sein Vater auf dem Schwarzmarkt an der kambodschanischen Grenze gekauft hat. Sein smarter, gutaussehender Mitbewohner Thang, ein kleiner wheeler–dealer fыhrt ihn in das pulsierende Nachtleben von Saigon ein und macht ihn mit seiner Freundin, einer Tänzerin, bekannt. Zwischen den drei Personen entwickelt sich bald eine zunehmend ambivalente Beziehung, Vu schläft zwar mit Van, fühlt sich aber vor allem immer stвrker von Thang angezogen. Eines Nachts wird einer der Mitbewohner, ein Strassensänger, brutal von einer Mafiabande der er Schutzgeld schuldete, zusammengeschlagen und die Freunden flüchten in Vu’s Heimatdorf in den Gan Gio Mangrovenwäldern…
Es hängt ein Hauch diffuser Nostalgie über diesem Film, der trotz seiner intensiven, sinnlichen Bildsprache und seinem betörenden Soundtrack ein Gefühl von Frustration hinterlässt. Und selbst die Kamera, die ganz dicht an die Körper herangeht, vermag es nicht, die einzelnen Charaktere wirklich nahezubringen.

Text: Barbara Lorey

Foto: Internationale Filmfestspiele Berlin

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Termine: Cha Va Con Va

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