Berlinale 2016

„Coriolanus“ im Wettbewerb der Berlinale 2011

Coriolanus

Am Stoff liegt’s nicht; die Geschichte um den stolzen Krieger Coriolanus, der unter die Staatsmänner fällt und auf dem politischen Parkett zu Fall kommt, bietet alles, was man sich vom Barden erwartet: Drama und Tragödie, Irrungen und Wirrungen, den mitleidlosen Blick auf das Menschentier und seine Obsessionen und Exzesse, Hybris, Hysterie und Männerliebe. Und Fiennes lässt es in seiner Inszenierung auch ordentlich krachen: Testosteron und Adrenalin strömen, Muskeln spielen, Schweiß glänzt, Blut fließt, Gebrüll und Geschrei sowie Vanessa Redgrave als Übermutter in Uniform, die das Fürchten lehrt. Nur, was soll uns das alles? Die Verse Shakespeares mit einem gegenwärtigen Schauplatz und modern gekleideten Menschen kollidieren zu lassen, ergibt noch keine gelungene Aktualisierung und schafft auch nicht per se interpretatorischen Mehrwert. Manchmal immerhin blitzt auf, was möglich gewesen wäre: Ein sarkastischer Kommentar zu den Manipulationen und Machenschaften einer politischen Kaste, die die Geister, die sie rief, um den Dreck zu beseitigen, nicht mehr los wird. Doch es blitzt lediglich, es erleuchtet nicht.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Annehmbar

Coriolanus (Großbritannien 2010); Regie: Ralph Fiennes; Darsteller: Ralph Fiennes (Caius Martius Coriolanus), Gerard Butler (Tullus Aufidius), Vanessa Redgrave (Volumnia); 122 Minuten

Coriolanus (Wettbewerb)
15.02., 12.00, Friedrichstadtpalast
15.02., 20.00, Urania
15.02., 23.00. Friedrichstadtpalast
20.02., 12.30, Friedrichstadtpalast

                 
                   
                   
                   
       

 

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