Berlinale 2016

„The Forgiveness Of Blood“ im Wettbewerb der Berlinale 2011

The Forgiveness Of Blood

Der Kalifornier Joshua Marston hat sich schon an vielen Orten auf der Erde umgetan. Sein Spielfilmdebüt „Maria voll der Gnade“ erzählte 2004 von einem kolumbianischen Mädchen, das mit einer Ladung Drogen im Bauch nach Nordamerika kam. Nun hat er sich der albanischen Provinz zugewandt, wo zum Teil noch Regeln gelten, die mit der modernen Gesellschaft unvereinbar sind.
Nik ist ein Schüler, der schon ein wenig verliebt ist und aus naheliegenden Gründen eher an Textnachrichten und Handyguthaben interessiert als an einem Grundstücksstreit, der seinen Vater immer noch beschäftigt. Der Konflikt der halsstarrigen Männer fordert ein Todesopfer, und plötzlich ist Nik mit seinen Geschwistern in der Geiselhaft einer Familienfehde, die in einem alten „Kanun“ von Blutrache ihre Regeln findet.
„The Forgiveness of Blood“ ist ein typischer Festivalstoff, denn in diese Geschichte einer alten Ordnung ist das distanzierte Publikum schon eingeschrieben – es sind eben jene Jugendlichen, die hier das Weite suchen müssen, um nicht in der Enge zu
ersticken, die Marston schildert. Den Ausweg legt er aber allzu medientechnologisch positiv fest: Nur der Anschluss an Mobilfunknetze und bunte Endgeräte sorgt nicht schon von selbst für die Moderne.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Annehmbar

The Forgiveness Of Blood (USA/Albanien/Dänemark/Italien, 2010); Regie Joshua Marston; Darsteller: Tristan Halilaj, Sindi Lacej, Refet Abazi, Ilire Vinca Cela; 109 Minuten

The Forgiveness Of Blood (Wettbewerb)
19.02., 09.30, Friedrichstadtpalast
19.02., 20.30, Friedrichstadtpalast
19.02., 22.30, Urania
20.02., 22.30, International

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