Berlinale 2016

Goldener Bär für Jafar Panahi

Taxi

Jafar Panahi aus dem Iran hat am Samstag (14.2.) den Goldenen Bären 2015 für seinen Film „Taxi“ bekommen – ein Film, der nach dem Willen der Machthaber in seinem Heimatland gar nicht hätte entstehen dürfen. Panahi ist im Iran zu Hausarrest und Berufsverbot verurteilt worden und hat es trotzdem geschafft, den Film als Fahrer eines Taxis in Teheran nicht nur verdeckt zu drehen, sondern ihn auch nach Berlin zu bringen. Da der Regisseur aufgrund seines Hausarrestes nicht in Berlin sein konnte, nahm seine junge Nichte den Preis im Berlinale Palast unter Tränen an. Der Goldene Bär 2015 – auch eine politische Entscheidung. Eine richtige Entscheidung.
Über den Großen Preis der Jury (Silberner Bär) konnte sich am Samstagabend Pablo Larraнn für „El Club“ freuen. Der Alfred-Bauer-Preis für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet ging nach Guatemala an Jayro Bustamente für „Ixcanul“. Der Silberne Bär für die beste Regie wurde von der Internationalen Jury um Darren Aranofsky gleich zwei Mal vergeben: An den Rumänen Radu Jude für „Aferim!“ und an die Polin Malgorzata Szumowska für „Body“.
Die Preise für die besten Schauspieler gingen an die beiden Protagonisten des britischen Wettbewerbsbeitrags „45 Years“: Charlotte Rampling und Tom Courtenay.
Der einzige Bär für eine deutsche Produktion ging an den dänischen Kameramann von Sebastian Schlippers „Victoria“: Sturla Brandth Grшvlen. Die Wettbewerbsbeiträge der beiden anderen deutschen Regisseure Andreas Dresen („Als wir träumten“) und Werner Herzog („Queen of the Desert“) gingen leer aus. Die neuen Filme von Wim Wenders („Every Thing Will Be Fine“) und Oliver Hirschbiegel („Elser“) waren außer Konkurrenz gestartet.

Text: Martin Zeising

Foto: Jafar Panahi

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