Berlinale 2016

„I Am Michael“ von Justin Kelly

I Am Michael

Michael (James Franco) dreht sein Leben radikal um 180 Grad – vom charismatischen Schwulenaktivisten aus San Francisco zum bibeltreuen Christen. „I was a heterosexual with a gay problem“, sagt er jetzt – und steigt aus seiner schwulen Dreierbeziehung mit Bennett (Zachary Quinto) und dem jüngeren Tyler aus, um sich auf der Bibelschule zum Pastor ausbilden zu lassen.
Ein allzu abwegiges Coming-In? Von wegen: Der Film basiert auf einer wahren Story. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellen stimmt, sodass man sie gern auf ihrem anfangs noch verliebten Roadtrip durch die USA begleitet, wo sie eine Doku über queere junge Menschen drehen. Michaels ganz anderer Trip, seine Sehnsucht zur Selbstfindung, beginnt dann zwar etwas abrupt, kommt aber dank Franco letztlich doch glaubhaft rüber. Die Dramaturgie des Filmes nimmt keine schnellen Urteile über die Figur vorweg, sondern überlässt es bis fast zum Ende dem Zuschauer, ob er an Michaels „Läuterung“ zur Heterosexualität glauben mag.

Text: Stefan Hochgesand

Foto: Internationale Filmfestspiele Berlin

I Am Michael, USA 2015, Regie: Justin Kelly, Darsteller: James Franco, Zachary Quinto, Emma Roberts, 100 Minuten

Termine:
Mo 9.2. Zoo Palast 18:30
Di 10.2. CinemaxX 7 15:30
Mi 11.2. Cubix 9 14:30
Sa 14.2. Cubix 7+8 23:00

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