Berlinale 2016

„Ixcanul“ von Jayro Bustamante im Wettbewerb

Hinten dem Vulkan, nach einer Wüste und von zwei großen Flüssen, dort muss es liegen, das Paradies: die USA. Fuer viele der guatemaltekischen Landarbeiter bleibt die Welt hinter dem recht aktiven Vulkan, an dem ihre Kaffeeplantagen liegen, nur ein Traum. Die Reise dorthin stellen sie sich als Abenteuer vor, das fast schon Initiationscharakter hat. Auch die 17jaehrige Maria möchte der Armut entfliehen. Sie ist die einzige Tochter eines Kakchiquel-Maya-Paares und soll nun den Vorarbeiter heiraten, der ihrer Familie Sicherheit, wenn auch keinen Reichtum garantiert. Maria setzt stattdessen auf den jungen Kaffeepflücker Pepe, der sie ins gelobte Land bringen soll. Doch er lässt sie schwanger zurück.Regisseur Jayro Bustamante kehrt mit seinem Filmdebüt „Ixcanul“ in die Region seiner Kindheit zurück. Inspiriert von den Geschichten und Lebensbedingungen der Kakchiquel Maya, bebildert er Marias Alltag als entbehrungsreich und von archaischen Ritualen und Traditionen geprägt. Er verzichtet auf filmsprachliche Experimente, nutzt weder Naturmetaphern, noch die Möglichkeit magischer Visionen zur Vertiefung der tragischen Materie. Authentizität steht im Vordergrund, und die ist staubig, roh, wimmelt von giftigen Schlangen, starken Müttern und volltrunkenen Männern. Maria kann sich der Opferrolle nicht entziehen. Ihre Ohnmacht wurzelt in der Ausweglosigkeit ihrer Situation und ist erdrückend grenzenlos.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: La Casa de Producciуn

Bären-Quote:

Termine: Ixcanul

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