Berlinale 2016

„Odem“ im Wettbewerb der Berlinale 2011

Odem

Lara, weiblich, verheiratet, nicht mehr ganz jung, sucht keinen Kontakt mehr zu ihrer Freundin Inan. Dann aber steht diese eines Tages vor ihrer Tür. Vor dreizehn Jahren kamen beide aus Ramallah nach London und verdrängten, eine Zukunft im ersehnten Wohlstand erhoffend, ihre palästinensische Herkunft. Was vor und nach dieser Umsiedlung geschah, erzählt „Odem“ in Rückblendenstruktur.
Nötig wäre das nicht, denn die dadurch aufgebaute Geheimniserwartung ist ein Gimmick und muss, wie jeder Gimmick, am Ende enttäuschen. Die ganze Last, alles weitere zu begründen, fällt auf eine traumatische Begegnung einst in Jerusalem. Diese aber erweist sich als eine in keine Richtung vernünftig auflösbare und aufgelöste Verschränkung von Sex und Palästinenserkonflikt.
Auf der Gegenwartsebene geriert sich „Odem“ als Kammerspiel mit Psychodramaanklängen. Eine sehr private Geschichte vor sehr politischem Hintergrund, von der digitalen Red-Kamera in größtmögliche Ferne zum klassischen Zelluloidbild gerückt. Die Hauptdarstellerinnen Clara Khoury und Nataly Attiya machen ihre Sache allerdings gut.

Text: Ekkehard Knörer

tip-Bewertung: Zwiespältig

Odem (Lipstikka, Israel/Großbritannien 2010); Regie: Jonathan Sagall. Darsteller: Clara Khoury (Lara), Nataly Attiya (Inam), Moran Rosenblatt (Die junge Inam), Ziv Weiner (Die junge Lara); 90 Minuten

Odem (Wettbewerb)
18.02., 15.00, Friedrichstadtpalast
18.02., 20.00, Urania
20.01., 17.30, Urania

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