Berlinale 2016

„Our Grand Despair“ im Wettbewerb der Berlinale 2011

Our Grand Despair

Das friedliche Zusammenleben der beiden seit Kindertagen miteinander befreundeten Junggesellen Ender und Cetin wird empfindlich gestört, als sie der Bitte eines Freundes nachkommen und dessen Schwester Nihal bei sich aufnehmen. „We’re like daddies“, meint der eine ein wenig überrascht zum anderen, doch bald sind sie nicht mehr nur wie Väter, sondern auch beide verliebt in die junge Frau – die die Aufmerksamkeit der älteren Männer durchaus auch zu genießen weiß.
Dass ein Gefühlstumult nicht laut werden muss, um seine tiefgreifende Wirksamkeit zu beweisen, das zeigt Seyfi Teomans, von einem seltenen melancholischen Humor durchzogener Wettbewerbsbeitrag „Our Grand Despair“. Als würde er sanften Wellen auf einer ruhigen Wasseroberfläche nachspüren, fängt Teoman mit zarten Kamerabewegungen Atmosphären und Stimmungswechsel ein. Sein geduldiger Blick richtet sich auf alltägliche Szenen und macht die minimalen, äußeren Anzeichen in Bewegung geratener, unvermutet tiefer Gefühle sichtbar. Kleine Verschiebungen zunächst, aus denen größere Verwerfungen wachsen könnten. Im Inneren immer kreisend um die Frage, ob es Freundschaft oder Liebe ist, die eine langmütige und dauerhafte Bindung zwischen Menschen ermöglicht.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Sehenswert
 
Our Grand Despair (Bizim Buyuk Caresizligimiz), Türkei/Deutschland/Niederlande 2011; Regie: Seyfi Teoman; Darsteller: Ilker Aksum (Ender), Fatih Al (Cetin), Günes Sayin (Nihal); 102 Minuten

Our Grand Despair (Wettbewerb)
17.02., 09.30, Friedrichstadtpalast
17.02., 22.30, International
20.02., 20.15, Friedrichstadtpalast

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