Berlinale 2016

„Quand on est 17 ans“

Der eine lebt in den Bergen auf einem Bauernhof: Thomas, ein Adoptivsohn mit maghrebinischen Wurzeln, der auf dem Hof der Eltern hilft, die Schule nur mit Busfahrt und Fußmarsch erreicht und davon träumt, Tierarzt zu werden. Der andere wohnt zentral, wird aber trotzdem von der Mutter, einer Ärztin, per Jeep von der Schule abgeholt: Damien übt sich im Kampfsport und vermisst seinen Vater, der als Hubschrauberpilot im Auslandseinsatz weilt und nur per Skype erreichbar ist. Der Berührungspunkt zwischen den beiden 17-Jährigen ist das Klassenzimmer. Und immer, wenn sie sich dort begegnen, gibt es Streit.
Das 17. Lebensjahr der Protagonisten ist in drei Trimester unterteilt. Und während die Schüler fürs Abi pauken, fordern diese drei Trimester auch beim Zuschauer ein bisschen Arbeit ein. Tйchinй erzählt bedächtig, während sich die Abneigung zwischen seinen Protagonisten in Anziehung wandelt. Es erfordert Geduld, dabei mitzuziehen, aber es lohnt sich. Die sympathischen Figuren, allen voran Damiens Mutter (Sandrine Kiberlain), machen diese berührende Coming-of-Age-Geschichte zu einem vielleicht nicht bahnbrechenden, aber doch sehr schönen Berlinale-Moment.

Text: Lydia Brakebusch

Foto:
Promo

Quand on est 17 ans
Frankreich 2016, 116 Min., R: Andrй Tйchinй

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