Berlinale 2016

„True Grit“ eröffnete die Berlinale 2011

True Grit

Western sind Kassengift, die Eröffnungsfilme der Berlinale sind prinzipiell Fehlgriffe – mit „True Grit“ widerlegen Ethan und Joel Coen mal wieder angestammte Vorurteile. Mehr als jeder andere Coen-Film und so viel wie kein anderer Western der letzten 20 Jahre hat der Film allein in den USA bereits eingespielt, und auch künstlerisch schwimmen die Brüder weiter auf ihrer seit „No Coun­try For Old Men“ anhaltenden Erfolgswelle. Für „True Grit“ orientierten sie sich weniger an dem in Deutschland unter dem Titel „Der Marshall“ bekannten Film von 1969 als an dem ihm zugrunde liegenden Roman „Die mutige Mattie“ von Charles Portis. Mindestens so sehr wie der damals von John Wayne (jetzt gewohnt fulminant von Jeff Bridges) verkörperte Rooster Cogburn steht deswegen eben diese Mattie (Hailee Steinfeld) im Zentrum. Die kecke 14-Jährige will den Mord an ihrem Vater rächen und heuert dafür den versoffen-skrupellosen US-Marshal an. Für ihre Markenzeichen wie den finsteren Humor, unerbittliche Gewaltmomente oder kuriose Randgestalten fanden die Coens in der Vorlage reichlich Material, gleichzeitig nähern sie sich dem Genre ohne Ironie. Das Ergebnis ist ein ebenso lässig wie kurzweilig inszenierter Western.

Text: Patrick Heidmann

Foto: Lorey Sebastian

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „True Grit“ im Kino in Berlin

True Grit, USA 2010; Regie: Ethan & Joel Coen; Darsteller: Jeff Bridges (Marshal Reuben J. Cogburn), Hailee Steinfeld (Mattie Ross), Matt Damon (La Boeuf); 110 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 24. Februar

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